DIE LETZTE NACHT IN LUGANO:
DER WINDBAND-WEHNTAL-KRIMI

von Manuel Diener

TEIL 1: DIE MYSTERIÖSEN BRÄNDE

Kapitel 1: Lugano

Detektivin Betty Bianchi blickte auf den Lago di Lugano und atmete die warme Frühlingsluft ein. Endlich mal wieder raus aus dem regnerischen Niederweningen, endlich mal wieder «dolce far niente» in ihrer Heimat.

Doch bereits in der ersten Nacht im Hotel Ceresole war es vorbei mit dem süssen Nichtstun.

Kapitel 2: Zündhölzli

Ein schrilles Kreischen riss Betty aus dem Schlaf. «Aiuto! Fuoco!» Sie rannte auf den Gang. Rauch stieg in dichten Schwaden auf, Menschen schrien, Türen wurden aufgerissen und zugeschlagen. Eine junge Frau rief: «Hilfe! Frau von Graffenried ist noch oben in der Suite!»

Betty stürmte die Treppe hinauf. Die Suite stand bereits lichterloh in Flammen. Der Rauch brannte in ihren Augen. Es war zu spät. Sie konnte die alte Dame nicht mehr retten.

Als die Feuerwehr eintraf, stand fast das ganze Hotel in Flammen. Die junge Frau schluchzte.

«Wie heissen Sie?» fragte Betty. «Rosa Wecker. Aber alle nennen mich Rosi.»
«Kannten Sie die Tote?»
«Ja . . . sie war meine Chefin, Magdalena von Graffenried. Ich war ihre persönliche Assistentin. Da sie im Rollstuhl war, begleitete ich sie überall hin.»

Plötzlich sah Betty eine Person in einem dunklen Kapuzenpullover, die das Chaos beobachtete. «Hey!», rief sie, doch die Person verschwand in der Nacht.

Kapitel 3: Full of Beans

Am nächsten Morgen sprang Betty Bianchi früh aus dem Bett. Die Pension, in die sie nach dem Brand gezogen war, war klein, aber gemütlich. Am Frühstückstisch griff sie nach der Zeitung: «Hotel Ceresole abgebrannt – War es wieder der Brandstifter?»

«Was für ein Brandstifter?» fragte sie ihre Gastgeberin.
«In der Gegend brennen immer wieder touristische Orte. Danach findet man stets dasselbe Bekennerschreiben: Unterschrieben von einem gewissen Rico Rovina.» «Rovina . . .» murmelte Betty und schrieb den Namen in ihr Notizbuch.
«Zerfall.» Sie musste dringend mit den Zeugen sprechen.

Betty Bianchi klopfte an die Tür des kleinen Apartments, in das Rosa Wecker nach dem Brand gezogen war.
«Ich weiss, das ist alles sehr traurig . . . aber ich muss verstehen, was passiert ist», sagte Betty. «Wie war Magdalena von Graffenried als Mensch?»
Rosa zögerte. «Sie . . . sie war kein einfacher Charakter. Sie hat viele Leute vergrault. Aber ich glaube, niemand hat sie richtig verstanden.»
«Wie meinen Sie das?»
«Eigentlich war sie voller Liebe, sie wissen ja, die Foundation. Sie hat sich um Strassenhunde in Südamerika gekümmert. Sie hatte ein gutes Herz.»

Das ausgebrannte Hotel war ein trauriger Anblick. Der Hotelmanager Ciro Varino wartete bereits auf Betty. Er sah müde aus.
«Frau von Graffenried war ein Stammgast?» fragte Betty.
«Ja, seit 37 Jahren», sagte er. «Jedes Frühjahr war sie drei Monate hier. Sie liebte dieses Hotel.»
«Hat das Hotel auch sie geliebt?»
«Natürlich. Sie war . . . ein besonderer Mensch. Sehr direkt, wusste, was sie wollte.»

In einem Café in der Stadt traf Betty Bianchi den Concierge des Hotels, Gianluca Tramezzani.

«Alle sprechen in den höchsten Tönen von Frau von Graffenried», sagte Betty, während sie ihren Espresso umrührte.
«Wer spricht gut von ihr?», fragte Gianluca.
«Ihr Chef Ciro Varino zum Beispiel.»
«Der Heuchler. Ausgerechnet er: In der Mitarbeitenden-Kantine hat er immer über sie gelästert. Er hasste ihre rücksichtslose und überhebliche Art.»
«Wie war das Verhältnis zwischen Frau Wecker und Frau von Graffenried?»
«Sehr eng. Aber ganz ehrlich: Wie Rosi das aushielt, das verstehe ich nicht.»
Als Betty das Café verliess, sah sie eine Person hinter einem Haus verschwinden – wieder der schwarze Kapuzenpullover! Sie rannte um die Ecke – doch die Person war weg.

TEIL 2: GEHEIMNISSE UND SCHATTEN

Kapitel 4: A Sky full of stars

Am Abend funkelten die Sterne über Lugano. Betty Bianchi traf ihre Freundin Christina Martin von der Kripo in ihrem Stammlokal "Viva la Vida".

"Üble Sache, Betty", sagte Christina. "Es war Brandstiftung. Das hat die Spurensicherung heute bestätigt. Das Feuer brach in der Suite von Frau von Graffenried aus. Ein einziges Streichholz hat gereicht."

"War es der Brandstifter Rico Rovina?", fragte Betty.

"Man hat kein Bekennerschreiben gefunden. Das passt irgendwie nicht zusammen."

Christina setzte eine bedeutsame Miene auf.

"Und noch etwas war auffällig: Der Rollstuhl von Frau von Graffenried stand nicht neben dem Bett, sondern am anderen Ende der Suite."

"Sie hatte also keine Chance, vor dem Feuer zu fliehen", sagte Betty.

"Genau!", antwortete Christina und schlug mit der Faust auf den Tisch. "Die Frage ist: Warum stand der Rollstuhl so weit weg von ihrem Bett? Hat ihn jemand absichtlich verschoben?"

"Du meinst, die gleiche Person, die auch den Brand gelegt hat? Dann wäre es nicht nur Brandstiftung, sondern sogar Mord!", rief Betty.

"Möglich", antwortete Christina. "Aber das ist noch nicht alles. Ich habe herausgefunden, dass Magdalena von Graffenried kürzlich ihr Testament geändert hat. Zugunsten der "We are the world"-Foundation. Und rate mal, wer gemäss neuem Testament keinen Rappen mehr erhält: Rosa Wecker."

Kapitel 5: We are the world

Am nächsten Morgen sass Betty Bianchi erneut in Rosa Weckers kleinem Wohnzimmer.

"Es war Brandstiftung", sagte Betty. "Können Sie sich vorstellen, wer das getan haben könnte?

"Ich sage es ja ungern", sagte Rosi und hielt kurz inne. "Aber vielleicht hat sie den Brand selbst gelegt."

"Wie kommen Sie denn darauf?", fragte Betty erstaunt.

"Sie wollte nicht mehr leben. Sie war schwer depressiv. Und sie hatte einen Hang zu dramatischen Abgängen."

"Der Rollstuhl von Frau von Graffenried stand nicht neben dem Bett. Können Sie sich erklären, weshalb?"

"Nein. Als ich sie zu Bett brachte, stellte ich den Rollstuhl wie immer neben das Bett.

"Betty machte Notizen und fragte dann: "Wussten Sie, dass Frau von Graffenried kürzlich ihr Testament geändert hat?"

"Was soll das heissen?"

"Ihr gesamtes Erbe sollte neu an die "We are the world"-Foundation gehen. Laut dem neuen Testament hätten Sie nichts mehr bekommen."

"Davon wusste ich nichts."

Bettys Handy klingelte. Es war Christina Martin.

"Wir konnten das Tagebuch von Magdalena von Graffenried sicherstellen", sagte Christina. "Es war im Safe, der den Brand überlebt hat. An ihrem Todestag hat sie Folgendes reingeschrieben: 'R. hat mir nur widerwillig das 'Zündhölzli' vorgesungen. Dabei weiss sie doch, dass ich nur so einschlafen kann. Was ist das für ein tristes Leben? Niemand mag mich. Sie wollen mich alle unter der Erde sehen. Dann erfülle ich ihnen doch den Wunsch.'"

"Das würde Rosis Suizid-Hypothese stützen", sagte Betty.

"Aber sind das wirklich ernstzunehmende Suizidgedanken?", antwortete Christina. "Spricht aus diesen Worten nicht vielmehr eine gekränkte narzisstische Person?"

Kapitel 6: Via dei Fornai

Was für ein Rätsel, dachte Betty Bianchi. Was würde Sherlock Holmes jetzt machen? Sie entschied sich, den Fall für den Rest des Tages ruhen zu lassen und durch die Stadt zu spazieren.

Doch plötzlich: Rauch! Feuer in der Via dei Fornai. Wieder eine Brandstiftung? Sie sah eine vermummte Gestalt wegrennen. Sie rannte hinterher, in einen Park. Die Gestalt stolperte über eine Wurzel, stürzte. Betty warf sich auf die Person und zog ihr die schwarze Kapuze herunter – es war Ciro Varino, der Hotelmanager!

Wenn Sie erfahren wollen, wie der Krimi endet, dann kommen Sie ans Frühlingskonzert der Windband Wehntal am 30. Mai 2026 in der Turnhalle Rietli in Schöfflisdorf. Unter allen, die am Konzertabend auf den richtigen Täter oder die richtige Täterin tippen, wird ein Preis verlost.

Konzert Windband Wehntal:
Samstag, 30.Mai 20.00 Uhr, Türöffnung 18:30 Uhr
Turnhalle Rietli, Schöfflisdorf


Die tragischen Ereignisse in Crans Montana haben uns innehalten lassen. Unser Mitgefühl gilt den Betroffenen und ihren Angehörigen. Unser Kriminal-Konzert wurde lange im Voraus geplant und geschrieben; es besteht keinerlei Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen. Uns ist es wichtig, dies transparent zu machen.